klassische tanzkunst aus dem Osten Indiens

Der Odissi ist einer der jüngsten und der ältesten unter den acht klassischen indischen Tanzstilen zugleich:

 

Reliefs, die um zweihundert v. Chr entstanden sind, zeugen von einer Urform dieses Tanzes. Sie zeigen detailierte Tanzszenen und können noch heute in Udaigiri, in der Nähe von Bhubaneswar, der Hauptstadt Orissas, bewundert werden.

Der Tanz wurde sowohl in den Tempeln der Sivaiten als auch später in denen der Visnuiten kultiviert. Es wurden Tempeldienerinen verpflichtet zu deren Aufgaben es unter anderem gehörte, die Götter mit ihrem Tanz zu ehren und zu unterhalten.

Später wurde der Tanz auch von Jungen, die als Mädchen verkleidet auftraten, weiter geführt.

Doch die Jahrhunderte, die Attacken der Muslime und die Mißbiligung und Geringschätzung durch die britischen Besatzer zermürbten die alte Tradition der Tempeltänzerinnen Orissas. In den 50er Jahren des 20sten Jahrhunderts war sie fast verschwunden.

Um die alte Kunst zu retten, setzten sich Tänzer und Theoretiker zusammen. Sie brachten eine Struktur in die überlieferten Formen des Tanzes und wiesen nach, dass es sich um eine klassische Tanztraditon handelt. So kam es, das der Odissi in Orissa selbst und im Rest Indiens erst um 1960 als klassischer Tanz Beachtung fand.

 

Die Fülle von Inspiration, aus der die heutigen Meister des Stils schöpfen konnten (siehe Technik), führte sie beim Bearbeiten und verfeinern des Tanzes in unterschiedliche Richtungen und wir kennen heute wenigstens drei Stile im Odissi, ähnlich den Gharas im Kathak.
Die Stile sind nach ihren Begründern benannt:

 

Guru Pankaj Caran Das, Guru Kelucharan Mohapatra

Guru Debapasad Das

Guru Surendra Nath Jena